Ein Geschlecht soll auf seinen Stamm,
wie ein Volk auf sein Alter und seine Tugend stolz sein,
das ist natürlich und recht.
(Jakob Grimm)
Nur wer seine Geschichte pflegt,
wer seine Traditionen erhält,
kann in der Welt etwas werden.
(Kaiser Wilhelm II,Frankfurt am 4.Juni 1903)

Vorwort

Liebe Kinder, Basen, Vettern und Blutsverwandte!
Wenn ich als ein Laie es unternehme, in den nachstehenden Werken eine Art Geschichte der alten Familie Kotzenberg zu schreiben, so bitte ich von vornherein, mit meiner Schwäche auf dem Gebiete der Schriftstellerei nicht zu scharf zu Gericht zu gehen. Bedenkt, daß mein Wille vielleicht besser war als die Aufzeichnung desselben.
Es wird Euch erklärlich sein, daß über die älteren, nun längst ausgestorbenen Linien, mehr geschichtlicher Stoff mitzuteilen ist wie über die jüngeren, noch blühenden Linien. Denn während über die ersteren viele Aufzeichnungen in alten Akten, namentlich des Fürstlichen Haus- und Staatsarchivs in Detmold gefunden wurden, muß ich mich bei den jüngeren Linien meistens auf eine Zusammenstellung der Stammfolgen beschränken.
Aber auch selbst durch diese einfachen Aufzeichnungen möchte ich um uns Alle ein Band schlingen, der Achtung, der Freundschaft und Liebe, welches auch seine Wirkung ausüben möchte bei bei ferneren kommenden Geschlechtern!
Darum halte ich auch diese, keineswegs erschöpfende Arbeit, nicht für wertlos. Wie die Erforschung der Familienansichten interessant ist, so bietet sie auch manche Erfahrung und Lehre, wer sorgfältig Schicksale unserer Vorfahren achtet. Ihr Wollen und Können, ihr Fühlen, ihre Leidenschaften werdet Ihr vielfach auch noch bei Euch selbst eingewurzelt finden.
Nicht alles hat bis jetzt zusammengetragen werden können, vieles Wissens- und Mitteilungswerte kann dem Einzelnen unter Euch noch bekannt sein; aber an Euch liegt es jetzt, jenes Band, von dem ich oben sprach, fester und fester zu schlingen, indem ihr über alle Familienereignisse, somit sie Euch aus der Vergangenheit bekannt sind oder in der Zukunft sich noch ereignen, aufzeichnet. Ist es das eine kleine Mühe, die man sich nicht verdrießen lassen sollte und wenn dann später ein berufener Familienforscher bei Euch anklopft und solche Familienaufzeichnungen erbittet, dann gebt sie zum Besten der Familie mit Freuden her, ist es doch nur ein Scherflein, welches Ihr in dankbaren Gedenken an unsere alten Vorfahren spendet!

Was nun aber das Schicksal über den Einzelnen von uns vorhängt, wie es ihn geführt hat, strebt alles dem schönen, hehren und gemeinsamen Ziele des Zusammenschlusses zu! Lasset nicht nach in den jetzt begonnenen zeitweisen Familienzusammenkünften, die sind ein weiteres sichereres und schönes Mittel zum Festerknüpfen des uns umschlingenden Bandes.

Noch möchte ich nicht schließen ohne dem erfolgreichsten und rastlosen Erforscher des älteren Teiles unserer Familiengeschichte auch an dieser Stelle meinen wärmsten Dank auszugesprochen zu haben, nämlich dem Oberleutnant Walter Kotzenberg in Mainz, der mit wahrem Binneneifer zusammengetragen hat, was er von unseren Vorfahren finden konnte. In größter Liebenswürdigkeit stellte er mir seine Ermittlungen zur Verfügung.
Wenn nun aber auch Fremde, welche einer vielleicht auch älteren und größeren Familie entstammen, blättern, dann bitte ich, alles das mit dem Mantel der Liebe zu umfangen, was nicht wichtig, belanglos, kleinlich oder gar nichtssagend erscheinen sollte.
Mir bleibt der Trost, daß ich das Beste für meine Familie gewollt habe!
                    Lage (Lippe) den ......
                                                 Gustav Kotzenberg

Ich kann nicht feststellen, wann mein Urgroßvater Gustav Kotzenberg diese Zeilen geschrieben hat. Er ist am 19.11.1916 in Lage/Lippe gestorben. Das 3. Familientreffen hat er noch am 5. Juli 1914 in Horn (Horn-Bad-Meinberg) im Teutoburger Hof abgehalten. Sein Schreiben, daß ich hier als "Vorwort" veröffentliche, ist ein Vermächtnis für seine Nachkommen und Familienmitglieder auf der ganzen Welt.
Sein Sohn Walter(mein Großvater) hat die Forschungen weitergeführt und am 21.9.1930 in Detmold das 4. Familientreffen arrangiert. Nach dem 2. Weltkrieg hat mein Großvater versucht, die Kontakte aufrechtzuerhalten. Zu einem weiteren Familientreffen ist es nie wieder gekommen.
Rendsburg, 19. Mai 2007
Doris Binczek, geb. Kotzenberg

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