Herkunft des Namens

und der


        Familie KOTZENBERG

   

Schreibweisen des Familiennamens

Der Familienname KOTZENBERG wurde bis zum Ende des 18. Jahrhunderts von den Verfassern von Schriftstücken, Führer von Registern, Kirchenbüchern und dergl. mehr auf unterschiedliche Weise geschrieben, wie Cözenberg, Koczenberg, Közenberg, Cözenberger, Kozzenberg, Kotzenbergk. Die Schreibweise "Kotzenberg" wurde aber auch schon teilweise im 17. Jahrhundert angewandt, denn Adam Henrich, der 1674
unter dem Namen von Közenberg geadelt wurde, ließ den Namen an seinen Häusern in Horn und Rothensiek in der Schreibweise " von Kotzenberg" anbringen. Möglich ist auch, daß sich die spätere einheitliche Schreibweise hierauf stützt.
Erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts lautet die Schreibweise einheitlich KOTZENBERG.

Vielleicht beruhte die Einheitlichkeit auf einer Verabredung der zu dieser Zeit lebenden 5 Brüder, die Stifter der jetzt noch blühenden Familiengruppen, als da sind:
Linie Ahmsen :
Ernst Jobst Heinrich KOTZENBERG. geb. am 8.9.1782 in Talle
Linie Barntrup :
Johann Simeon Heinrich August Kotzenberg, geb. 15. Januar 1773 in Talle
Linie Salzuflen :
Unna Friedrich Wilhelm Kotzenberg, geb. am 27.Januar 1769 in Lieme
Linie Talle :
Franz Heinrich Ernst Kotzenberg, geb. 20. Januar 1786 in Talle
Linie Wasserhorst :
Arend Heinrich Kotzenberg,
geb. am 18. Juni 1780 in Talle
Der Vater dieser Brüder schrieb seinen Namen auf dem Kirchentag in Talle noch Kozzenberg


Herkunft und Name des Geschlechts Kotzenberg

Wird die Herkunft eines Geschlechts erkundet, so wird in der Regel versucht, den Namen desselben mit einer Ortschaft in Verbindung zu bringen. Das ist auch hier geschehen, doch ohne Erfolg.

a) Der Versuch, den Familiennamen "Kotzenberg" mit einem gleichlautenden Wohn- und Geländenamen in Deutsch Krone in den östlichen Provinzen des ehemaligen Posen - Westpreussens in Verbindung zu bringen und ihn davon herzuleiten, muß als gescheitert angesehen werden.

Ein "Vorwerk" des Rittergutes Wallbruch im Kreise Deutsch Krone der preußischen Provinz, welches Anfang des 20. Jahrhunderts nur noch aus einem kleinen Arbeiterhaus und Stall bestand, hat zwar die Bezeichnung "Kotzenberg" , aber die Besitzung war seit etwa 1840 Eigentum der Familie von Goerne, vorher kurze Zeit der Familie Waldow und gehörte davor Jahrhundertelang der Familie von der Goltz. Es ist auch nicht bekannt geworden, daß jemals Kotzenberger in den östlichen Provinzen Preussens gewohnt haben, so daß Beziehungen des Familienamens zu dieser Besitzung auch wohl nie bestanden haben. In den genannten Provinzen ist das plattdeutsche "Kotzen " gleichbedeutend mit dem Wort " Kossäthen", was damit die Begegnung des Namens dort erklärt.
b) Es wurde alsdann untersucht, ob die Herkunftsbezeichnung in Österreich zu suchen ist. Diese Untersuchung lag nahe aus drei Gründen:- Adam Henrich Kotzenberg schreibt in seiner Eingabe, durch welche er um Erneuerung des Adels ersucht, daß "tempore Lutheri sich die Vorfahren aus den Oesterreichischen Landen in Hessen begeben, da mein Großvatter sel. Waldeckischer Cantzler undt an Catherina von Dietmaringhausen verhyrathet gewesen."

- Da in dem in Wien befindlichen, von Kaiser Leopold II. gefertigten Adelsbrief für ADAM HENRICH KOTZENBERG, dem jüngsten Sohn von mag.phil. et art. Johannes Kotzenberg davon die Rede ist, daß seine Vorfahren " vor Eltern von etlichen Saeculis her biss Anno fünfzehn Hundert vund Vierzig in Vnsserm Erzhogthumb Oesterrcih vndter der Enns als Adeliche Landt-Mitglieder gewohnet, vund darinnen begütet gewess bis sie ihr domicilium von hinnen ins Fürstenthumb Hessen transferiert alder wo in selbiger geendt, als denen Graffschafften Waldeck vund Lippe, sein Vrähn vund dessen Descendenten die nach angenombener selbigen Landsarth nachgehende KOTZENBERG genennet ....(usw)" aus Österreich unter der Enns gekommen seien.

- Nach einer alten Sage sollen die Kotzenbergs ihres Glaubens wegen aus Niederösterreich zur Zeit Luthers ( in dem Adelsbrief des Adam Henrich Kotzenberg wird das Jahr 1540 angegeben ) vertrieben worden und in Hessen eingewandert sein. In Oberbayern in der Nähe von Vorderiß ( in der Nähe von Innsbruck) " am Fall" befindet sich ein Berg namens "Kotzenberg" und unweit Miesbach eine Gemeinde oder einen Köhler des Namens "Kotzenberg". Nach Auskunft des K.K. Statthalterei - Archivs in Innsbruck vom 4. September 1903 hat auch wenigstens ein Teil jenes Bergs um die Wende des 15. zum 16. Jahrhundert zwar nicht " vundter der Enns", aber zu Tirol / Österreich gehört.
Es sind in den Archiven aber keinerlei bezügliche Aufzeichnungen vorhanden, nach denen die Geländebezeichnung mit dem Familiennamen in Verbindung gebracht werden könnte.
Das gleiche teilt das königliche Kreisarchiv in München am 19. August 1903 mit. Auch daß sich das alte Wappen der Famile Kotzenberg in der Kirche zu Miesbach befinden soll, hat sich als unrichtig erwiesen.

Das K.K. Österreichische Adelsarchiv in Wien teilte mit, daß außer dem Konzept des Adelsbriefes von 1674 nichts über die Familie Közenberg dort vorhanden sei. Das würde aber der Fall sein, wenn die dort jahrhundertelang ( " von etlichen Saeculis her biss Anno fünzehn Hundert vund Vierzig") angesessene und begüterte Familie den Adel besessen und diesen bei einer Auswanderung abgelegt habe. Sollte eine Auswanderung der Familie Kotzenberg aus Österreich erfolgt sein, muß diese demnach erheblich früher als 1549 stattgefunden haben, weil urkundlich nachgewiesen der Vater des Adam Henrich v. Kotzenberg, Johannes Hermann, sein Großvater Johannes der Jüngere und sein Urgroßvater Johannes der ältere(*1497 in Echzell ) mit ihrer Familie im 15. Jahrhundert in Hessen gewohnt haben. Auch ist falsch, daß der Großvater Johannes der Jüngere " Waldeckischer Cantzler" gewesen sei.
Es ist denkbar, daß man sich bei solchen Beurkundungen in früheren Zeiten im wesentlichen auf Gedächtnis und Familientradition im wesentlichen verließ, wenn die Persönlichkeit des Petenten zu Bedenken weiter keinen Anlaß bot.
Eine schlüssige Erklärung für den Hinweis des Adam Heinrich von Kotzenberg in seiner Eingabe ist bisher nicht gefunden worden. Die Richtigkeit der Sage hat ebenfalls nicht festgestellt werden können. Wenn die Einwanderung in Hessen auch zutreffen mag, so ist die Vertreibung aus Österreich aus nachfolgenden Gründen doch sehr zu bezweifeln:
- Den Namen Kotzenberg gibt es lange vor Beginn der Reformation - er wird zuerst in Hessen genannt und die Träger desselben sind auch katholische Priester gewesen .
- In der Matrikel der ehemaligen Universität zu Erfurt wird im Jahre 1460 ein Philipp Kotzenberg als immatrikuliert aus Fulda genannt. Eine weitere Nachforschung ist nicht erfolgt, daher ist auch nicht festgestellt, ob es derselbe Philippp Kotzenberg war, welcher in der hessischen Kirchengeschichte als katholischer Priester in Echzell " zu Anfang des 16. Jahrhunderts " genannt wird.
- Hier scheint die Familie übrigens auch ansässig gewesen zu sein, denn wir begegnen an diesem Orte 1544 einen Nikolaus Kotzenberg, welcher dort Glöckner war. Mit diesem Amte wurden nur ortsansässige Personen betraut. In wieweit dieser Nikolaus mit den weiterhinten genannten Kotzenbergs in verwandtschaftlichem Verhältnis stand, konnte nicht ermittelt werden.

Fazit: Nach heutigem Kenntnisstand kann davon ausgegangen werden, daß die Familie Kotzenberg nicht aus Österreich stammt.
Urkundlich nachgewiesen ist die Abstammung der Familie Kotzenberg seit Johannes Kotzenberg, geboren 1497 in Echzell in Hessen - Nassau. In dem Deutschen Geschlechterbuch von Dr.jur. Bernhard Koerner, 47. Band 1926 S. 167 ff über das Geschlecht " von Keitz " aus Müß bei Fulda ist nachzulesen, daß es in der früheren Grafschaft Schlitz in Oberhessen einen Berg bei Hartershausen an der Fulda gibt, auf dem es einst eine altgermanische Ansiedlung gab. Dieser hochragende Berg wurde urkundlich in den ältesten Flurbüchern von 1584 "Kotzenberg" und "Kötzenberg" genannt.
Urkundlich nachgewiesen ist der Verkauf eines Hauses, einer Hofreite und eines Stalles vor dem Oberntor zu Schlitz auf dem Anger durch Kunz Kotzenberg am 13. September 1503. Eine Verbindung zu Johannes Kotzenberg ( möglicherweise der Vater ? ) konnte bisher ebenfalls nicht nachgewiesen werden.

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